Moldau: Auf dem Weg in Putins Zollunion?

Wie Putin im Schatten des Krim-Konflikts gegen die Republik Moldau vorgeht

Auf dem Wega nach Gagausien

Im Schatten der Krim-Krise, setzt Putin auch andere ehemalige Sowjetrepubliken unter Druck. Sein nächstes Ziel: Die Republik Moldau soll in eine postsowjetische Freihandelszone fern der EU einverleibt werden. Bisher nutzt er wirtschaftliche Druckmittel: erneut wurde die Einfuhr moldauischer Weine nach Russland erschwert und den ersten 20.000 von knapp einer halben Million moldauischen Gastarbeitern die Wiedereinreise nach Russland verwehrt. Nun startet Russland den nächsten Schachzug: Es will die autonome Region der gagausischen (gaga – usischen) Minderheit  in der Republik Moldau dazu ausnutzen, das geplante EU-Assoziierungsabkommen zu verhindern. Ein Beitrag von Simon Ciochină und Maximilian Grosser.

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Kämpferin gegen Feminzide in Mexiko

 Imelda Marrufo und ihr Kampf um Frauenrechte in der „Stadt der toten Frauen“

Imelda Marrufo Nava

Juristn und Fraurenrechtlerin Imelda Marrufo Nava (c)boell.de/stephan-roehl.de

Im Ranking der gefährlichsten Städte der Welt belegt die nordmexikanische Stadt Ciudad Juarez seit Jahren immer einen der vorderen Plätze. Verantwortlich dafür sind die seit Jahren andauernden Kämpfe von Drogenkartellen untereinander – allein 2000 Tote forderten sie 2010. Nur vier Prozent der Verbrechen werden hier je aufgeklärt. Opfer dieses permanenten Klimas von Gewalt und Straflosigkeit sind immer wieder auch Frauen, die auf brutale Weise ermordet werden. Inzwischen ist die als Feminizid bekannte Mordserie weltbekannt: der Schriftsteller Roberto Bolano hat sie etwa in seinem Roman „2666“ beschrieben, der Film „Im Paradies der Mörder“ hat einen tiefen Einblick in den mühevollen Kampf um die Rechte von Frauen gegeben.

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Krim-Konflikt: “Selbsverständlich ist das eine Okkupation”

Interview mit Ali Khamsin – Außenpolitischer Sprecher der Medschlis des Krimtatarischen Volkes

Der Medschlis ist das Parlament der Krimtataren. Der Medschlis wurde 1991 gegründet, um die Rechte des nach seiner Deportation seit Anfang der Neunziger Jahre auf die Krim zurückkehrenden Volkes wahrzunehmen. Die Medschlis entsendet 14 krimtatarische Abgeordnete in den Obersten Rat der Krim. Sie stimmten geschlossen gegen das jetzt von prorussischen Kräften verabschiedete Referendum, das den Anschluss der Krim an Russland legitimieren soll. Weiterlesen

Krim-Konflikt: “Nicht die Russen, wir werden bedroht”

Über die Situation der Krim-Tataren

Khan-Palast auf der Krim

Auf der Krim überschlagen sich die Ereignisse. Die illegale Regierung des selbsternannten Krim-Präsidenten Sergej Aksjonow will die aufgeheizte Situation nutzen und sich den bereits beschlossenen Anschluss an der Krim an Russland durch ein Referendum am 15. März bestätigen lassen. Die OSZE-Beobachter mussten gestern auch beim zweiten Versuch, auf die Halbinsel zu gelangen unverrichteter Dinge wieder umkehren, weil sie von Bewaffneten an der Weiterreise gehindert wurden. Währenddessen hoffen die 2,5 Millionen Krimtataren, die etwa 12 Prozent der Krim-Bevölkerung stellen, weiterhin auf internationalen Schutz. Weiterlesen

Mörder als Gärtner

Über Martin Pollacks “Kontaminierte Landschaften”

Buchcover_Kontaminierte Landschaften

Landschaften können in uns Gefühle der Vertrautheit, der Geborgenheit und der Ruhe hervorrufen. Sie sind unschuldig. Aber sind sie das wirklich? Nein, meint der bekannte österreichische Autor Martin Pollack. Die meisten Landschaften, vor allem die im Osten Europas, aber auch hier bei uns, in Deutschland oder Österreich, so seine These, haben längst ihre Unschuld verloren. Angesichts sanfter Hügel, adonisröschenbewachsener Hänge oder sonnendurchschienener Buchenwälder vergessen wir nur allzuoft, dass in vielen unserer Landschaften unsägliche Verbrechen verübt wurden – meist im Verborgenen und fast immer unter strenger Geheimhaltung. Und viele dieser Orte sind bis heute nicht einmal bekannt. Martin Pollack begibt sich in seinem neuesten Buch auf die Suche nach solch „Kontaminierten Landschaften“. Mirko Schwanitz über das Buch und seinen Autor. Weiterlesen

Verklärung und Verbitterung in der Ukraine

Der Psychoanalytiker Jurko Prochasko über die Gewalt in der Ukraine

Jurko Prohasko

Jurko Prochasko

Noch hängt der Geruch der brennenden Barrikaden in der Luft, noch sind die Blutflecken im Foyer des Hotels Ukraina nicht beseitigt, noch ist nicht sicher, ob die Ukraine nach dieser Woche zur Ruhe kommen wird. Doch schon sehen Beobachter die Gefahr, dass sich die Spaltung der Ukraine nun auch politisch manifestieren könnte. Im Westen, so ihr Argument, gebe es praktisch keine Staatsmacht mehr. Solche Schlussfolgerungen hält der Autor, Übersetzer und Psychoanalytiker, Jurko Prochasko, jedoch für falsch.  Weiterlesen

Anstößige Bücher

Belarus verbietet Verlag für belarussische Literatur

Nur selten dringen Informationen aus Belarus zu uns, dem Reich von Präsident Alexander Lukaschenko, der von einigen als „letzter Diktator Europas“ bezeichnet wird. Wie Lukaschenko mit Leuten umgeht, die an der Fassade des Regimes kratzen, musste erst jüngst der Verleger Igor Logwinau erfahren. In den vergangenen 13 Jahren hatte sein Verlag sich zum führenden Verlagshaus für junge moderne belarussische Literatur entwickelt. Nicht nur, weil alle bei ihm veröffentlichten Autoren statt in Russisch auf Belarussisch veröffentlichten, sondern auch weil sie sich in ihren Büchern zunehmende kritisch mit der Geschichte und Gegenwart in ihrem Land auseinandersetzten, machte das Regime dem Verlag bereits seit Jahren das Überleben schwer. Nun hat es ihn ganz verboten. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovich berichten. Weiterlesen

Low-Tech statt High-Tech

Wie einfache Technologien in Afrika Leben retten 

Babywaermer Training

Noch vor kurzem starben im Mulago-Krankenhaus der ugandischen Hauptstadt Kampala zahlreiche Frühchen. Und das, obwohl die Klinik nationales Referenzzentrum für Schwangere ist. Der Grund: Fast alle Inkubatoren des Krankenhauses sind defekt und es gibt in Uganda keinen einzigen Medizintechniker, der in der Lage wäre, die Geräte zu reparieren.  Ein in den USA extra für Afrika entwickeltes Innovationsprojekt bietet nun eine einfache Lösung.  Low-Tech ersetzt die Hochtechnologie, die hier niemand bedienen oder reparieren kann. Eine Reportage von Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Vermittler zwischen Demonstranten und Milizen

Im Porträt: Pfarrer Ralf Haska

Die Kirchen waren seit Beginn der Proteste in der Ukraine Schutzraum und Orte des Friedens. Hunderte flüchteten sich hinter die Kirchenmauern, als die Milizen versuchten, den Unabhängigkeitsplatz mit Gewalt zu räumen. Mutige Geistliche stellten sich zwischen Protestierende und Sondereinheiten der Polizei, um ein Blutbad zu verhindern. Einer von Ihnen ist Ralf Haska, ein Pfarrer aus Brandenburg, der in Kiew seine wirkliche Berufung gefunden zu haben scheint. Ivan Gayvanovic und Mirko Schwanitz mit einem Porträt. Weiterlesen

Aufstand gegen das “Früchtchen”

Ukrainische Künstler und die Proteste auf dem Maidan

Seit Tagen halten die Demonstrationen in der Ukraine an. Die brutalen Attacken der Polizei haben sogar dazu geführt, das inzwischen mehr als eine halbe Million Menschen in der Hauptstadt Kiev protestieren. Heute hat die Opposition einen Misstrauensantrag gegen die Regierung von Premier Asarow ins Parlament eingebracht (zur Zeit unklar wie das ausieht – bitte im Blick behalten). Während in der großen „Rada“, wie das ukrainische Parlament heißt, heftig debattiert wurde, gingen draußen auf dem Maidan und dem Europa-Platz die Proteste weiter. Unter den Demonstranten auch viele Schriftsteller, Intellektuelle, Musiker und Künstler. Wie denken sie über die Proteste, über die Situation in ihrem Land. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovitsch haben versucht, es herauszufinden. Weiterlesen