Bad Saarow: Kuren am Märkischen Meer

Baden wo die Titanic zum zweiten Mal sank

Blick vom Kurpark auf den Scharmützelsee

Baden hinter dem Eisernen Vorhang – das war 40 Jahre lang eine ganz eigene Geschichte. Vor allem und gerade im Osten Deutschlands. Orte, die noch in der Zwischenkriegszeit auch international durchaus klangvolle Namen als Bade- und Kurorte hatten, verschwanden aus dem europäischen Gedächtnis. Ganz anders das kleine, vor den Toren Berlins gelegene Bad Saarow. Seine Geschichte als Kur- und Badeort ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts fast ungebrochen. Von Mirko Schwanitz Weiterlesen

Ukraine: Journalisten in den Separatistengebieten unter Druck

Unbeeindruckt von den Präsidentschaftswahlen machen die Separatisten in der Ukraine nach wie vor ihr eigenes Ding. Um ihre Macht zu erhalten setzen sie auf Repressionen und verbreiten zunehmend Angst unter der Zivilbevölkerung. Der dämmert allmählich, wem sie da vertraut hatten. Doch niemand wagt den Mund aufzumachen und zu protestieren. Wer die Waffen hat, hat die Macht. Das spüren auch die Journalisten, die in den Gebieten der Separatisten versuchen, ihren Job zu machen – vor allem die, vorurteilsfrei und neutral versuchen zu berichten. Nicht nur die Fälle von Zensur nehmen zu, auch Kidnapping und Folter von Journalisten sind Alltag in den von Separatisten besetzten Gebieten. Ein Bericht von Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovitsch. Weiterlesen

Georgien: Kulturschaffende und der Tod von Eduard Schewardnadse

Am 13. Juli wurde Eduard Schewardnadse in Georgien im Hof seiner Tifliser Residenz beigesetzt. Während die Welt den freundlich wirkenden, weißhaarigen Mann als Helden verehrt, weil er gemeinsam mit Michail Gorbatschow den Umbruch in Osteuropa möglich machte, wird er in seiner Heimat vor allem als eines angesehen – als tragische Figur. Vor allem Georgiens Dichter und Künstler wissen noch nicht so recht, wie sie die Ära Schewardnadse beurteilen sollen. Edita Badasyan und Mirko Schwanitz haben sich mit einigen in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, getroffen und wollten wissen, welche Erinnerungen sie mit Eduard Schewardnadse verbinden. Weiterlesen

Geschmack der Räuberbarone

Eine Ausstellung im Kiewer Kunstmuseum zeigt Janukowitschs „Kunstschätze“

 

Die Kämpfe auf dem Maidan scheinen schon in Vergessenheit zu geraten. Nur ihre Folgen sind heute noch zu besichtigen. Dazu gehören aber nicht nur die Bestrebungen separatistischer Kräfte, Teile im Osten der Ukraine abzuspalten. Auch in Kunst und Kultur hinterließen die Kämpfe Spuren. So war z.B. der neo-klassizistische Prunkbau des Nationalen Kunstmuseum seit Jahresbeginn geschlossen, weil er sich damals, auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen in Kiew, sozusagen im Rücken von Janukowytschs Spezialeinheiten befand. Einem Gebiet, dass Sperrgebiet war. Jetzt hat das Museum seine Pforten geöffnet und macht sofort durch eine Sonderausstellung auf sich aufmerksam. Es hat alle Objekte aus Viktor Janukowytschs Residenz zusammengetragen und den bekanntesten postmodernen Maler der Ukraine gebeten, aus ihnen eine Ausstellung zu kreieren. Entstanden ist ein Exposition, die die Betrachter vor Entsetzen staunen lässt und Diskussionen provoziert. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovich berichten. Weiterlesen

Die Bibliothek des Maidan

Was bleibt vom Kiever Maidan ist eine der häufigsten Fragen, die man dieser Tage auf Podiumsdiskussionen hören kann, auf denen Politiker und Experten im politischen Kaffeesatz lesen. Allmählich, wenn auch sehr langsam verschwinden die noch sichtbaren Zeugnisse des Aufstandes aus dem Kiewer Stadtbild. Es ist nur eine Frage der Zeit, dann wird der Maidan nur noch eine Erinnerung sein. Doch was auch immer passiert – eine der außergewöhnlichsten Institutionen, die dieser Maidan hervorgebracht hat, wird wohl noch da sein, wenn die letzte Barrikade fortgeräumt, das letzte Zelt abgebaut ist. Denn als in Kiev auf den Barrikaden gekämpft wurde brachten die Menschen den Kämpfern nicht nur Tee, Wurst und Butterbrote, sondern immer wieder auch Bücher – und so entstand die vielleicht außergewöhnlichste Bibliothek Europas. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovich berichten. Weiterlesen

Grünes Licht für Moldovas Bürger

Die EU öffnet die Grenze

Plakat zur Visa-Freiheit

 

„Der 28. April: Ein historischer Tag“. Ab diesem Datum erfüllt sich für die Moldauer ein Traum: Sie dürfen ohne Visum in die EU reisen. Von jenen Staaten, mit denen die EU den Vertrag über die Östliche Partnerschaft geschlossen hat, ist die Republik Moldau nun der erste, dessen Bürger von der Visa-Liberalisierung profitieren. Ein Beitrag von Simion Chiochină und Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Anthony Marra: “Die niedrigen Himmel”

Ein 28jähriger US-Amerikaner schreibt über das heutige Tschetschenien

 

Marra Die niedrigen HimmelIn diesen Tagen, in denen die Welt hilflos erzürnt über Russlands Umgang mit dem Völkerrecht diskutiert, legte der amerikanische Autor Anthony Marra, einen Roman vor, der wie kaum ein anderer bisher, Russlands Verständnis von Menschenrechten emotional erfahrbar macht. „Die niedrigen Himmel“, so der Titel von Marras Roman, offenbaren die Verlogenheit der heutigen russischen Staatspropaganda auf beklemmende Weise. Denn mit welcher Brutalität Wladimir Putin bereit ist, Völkerrecht zu brechen und Menschenrechte zu unterdrücken, das hat er in Tschetschenien gezeigt – nur redet heute niemand mehr darüber. Man kann Anthony Marras Geschichte über das kleine Mädchen Hawah, das vom Dorffeldscher Achmed vor den russischen Folterern gerettet wird, einfach nicht lesen, ohne an den Jubel zu denken, mit denen die Mehrheit der Russen derzeit den Überfall auf einen souveränen Staat feiert; dessen Bevölkerung den Versuch unternahm, sich gegen ihre mit Russland verquickten korrupten Herrscher zu erheben und sich aus Moskaus Umlaufbahn zu entfernen. Wie aber kommt ein heute gerade einmal 28jähriger Amerikaner dazu, sich mit Tschetschenien zu befassen? Marras Roman ist in den USA inzwischen für den National Book Award nominiert und auch die deutsche Kritiker sind begeistert. Mirko Schwanitz hat Anthony Marra getroffen. Weiterlesen

Moldau: Auf dem Weg in Putins Zollunion?

Wie Putin im Schatten des Krim-Konflikts gegen die Republik Moldau vorgeht

Auf dem Wega nach Gagausien

Im Schatten der Krim-Krise, setzt Putin auch andere ehemalige Sowjetrepubliken unter Druck. Sein nächstes Ziel: Die Republik Moldau soll in eine postsowjetische Freihandelszone fern der EU einverleibt werden. Bisher nutzt er wirtschaftliche Druckmittel: erneut wurde die Einfuhr moldauischer Weine nach Russland erschwert und den ersten 20.000 von knapp einer halben Million moldauischen Gastarbeitern die Wiedereinreise nach Russland verwehrt. Nun startet Russland den nächsten Schachzug: Es will die autonome Region der gagausischen (gaga – usischen) Minderheit  in der Republik Moldau dazu ausnutzen, das geplante EU-Assoziierungsabkommen zu verhindern. Ein Beitrag von Simon Ciochină und Maximilian Grosser.

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Kämpferin gegen Feminzide in Mexiko

 Imelda Marrufo und ihr Kampf um Frauenrechte in der „Stadt der toten Frauen“

Imelda Marrufo Nava

Juristn und Fraurenrechtlerin Imelda Marrufo Nava (c)boell.de/stephan-roehl.de

Im Ranking der gefährlichsten Städte der Welt belegt die nordmexikanische Stadt Ciudad Juarez seit Jahren immer einen der vorderen Plätze. Verantwortlich dafür sind die seit Jahren andauernden Kämpfe von Drogenkartellen untereinander – allein 2000 Tote forderten sie 2010. Nur vier Prozent der Verbrechen werden hier je aufgeklärt. Opfer dieses permanenten Klimas von Gewalt und Straflosigkeit sind immer wieder auch Frauen, die auf brutale Weise ermordet werden. Inzwischen ist die als Feminizid bekannte Mordserie weltbekannt: der Schriftsteller Roberto Bolano hat sie etwa in seinem Roman „2666“ beschrieben, der Film „Im Paradies der Mörder“ hat einen tiefen Einblick in den mühevollen Kampf um die Rechte von Frauen gegeben.

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Krim-Konflikt: “Selbsverständlich ist das eine Okkupation”

Interview mit Ali Khamsin – Außenpolitischer Sprecher der Medschlis des Krimtatarischen Volkes

Der Medschlis ist das Parlament der Krimtataren. Der Medschlis wurde 1991 gegründet, um die Rechte des nach seiner Deportation seit Anfang der Neunziger Jahre auf die Krim zurückkehrenden Volkes wahrzunehmen. Die Medschlis entsendet 14 krimtatarische Abgeordnete in den Obersten Rat der Krim. Sie stimmten geschlossen gegen das jetzt von prorussischen Kräften verabschiedete Referendum, das den Anschluss der Krim an Russland legitimieren soll. Weiterlesen