Georgien – Ein Versuchslabor für Frauenmörder?

Warum Georgiens Frauen um ihr Leben fürchten

Der 25. November wird international als der Tag begangen, an dem auf die weltweit zunehmende Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht werden soll. Vor diesem Hintergrund wollen wir den Blick in ein Land werfen, das in den Medien oft nur am Rande aufscheint – Georgien. Dort erschüttert in diesem Jahr eine grausame Mordserie an Frauen die Öffentlichkeit und führt nun zu anhaltenden Protesten über die Untätigkeit der Behörden. Sopho Zurabiani, eine junge 27 Jahre alte Justizbeamtin wurde am hellichten Tag an einer Bushaltestelle erschossen, eine Universitätsdozentin vor den Augen ihrer Studenten umgebracht. Es scheint, als hätten die Mörder überhaupt keine Angst vor Sanktionen. Wie konnte es dazu kommen? Edita Badasyan ist dieser Frage nachgegangen. Weiterlesen

Norbert Bisky – erste zusammenfassende Werkschau in der Rostocker Kunsthalle

Norbert Bisky       © Anne Benz

Norbert Bisky © Anne Benz

Der 1970 geborene Norbert Bisky gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen deutschen Maler. Die Farblichkeit der Bilder seiner Anfangsjahre bezeichnete der Schüler von Georg Baselitz einmal als „mit Lenor gewaschen“. Sie prägen die Wahrnehmung Biskys und seiner Kunst bis heute. Doch malt Bisky schon lange nicht mehr gleißend helle Bilder von schönen, glücklichen und vor Kraft strotzenden Männern. Seine Motivik hat sich weiter entwickelt. Lag schon in den Anfangsjahren seines Erfolges Bildtiteln wie „Lazarett im Paradies“ oder „Fernzünder“ eine unterschwellige Bedrohung zugrunde ist der Blick des Malers auf die Welt mit den Jahren genauer, aber auch vor allem aber härter geworden. Weiterlesen

Die Visionen des Bauhaus Dessau

Der Wandel der Industriegesellschaft als Projekt angewandter Kunst 

Ferropolis

Es ist noch gar nicht so lange her, da glaubte niemand in Sachsen-Anhalt, dass stillgelegte Schaufelradbagger alter Braunkohle-Tagebaue zu wichtigen Wirtschaftsfaktoren werden könnten. Das Bauhaus Dessau wurde mit dieser verrückten Idee zum wesentlichen Innovationstreiber für die Neugestaltung einer weitgehend zerstörten Landschaft. Seine industriellen Gartenreiche und klingenden Seenlandschaften wurden Ausgangspunkt für eine grundlegende Transformation der Moderne. Von Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Mircea Cartarescu liest in Heidelberg

Mircea Catarescu Die FlügelAm 8. November wird Mircea Cartarescu Rumäniens derzeit wohl international bedeutendster Gegenwartsautor in Heidelberg aus seinem neuen Roman „Die Flügel“ lesen. 25 Jahre nach der Revolution in seinem Heimatland zieht Rumäniens wortgewaltiger Sprachzauberer eine bittere Bilanz. „Die Arbeit an diesem Buch habe sich nur ertragen können, in dem ich zwischendurch andere, optimistischere Bücher schrieb“, sagte er in einem Interview. „Die Flügel“ ist nicht nur erneut ein sprachliches Meisterstück des Postmodernisten und vielleicht letzten Surrealisten der rumänischen Literatur, sondern auch eine beißende Groteske, in der sich Cartarescu mit merkwürdigen Metamorphosen in seiner Heimat auseinandersetzt. Weiterlesen

Ukraine: Mutter, Barbie, Kämpferin

Das neue Selbstbewusstsein ukrainischer Frauen

Bei den bevorstehenden Wahlen in der Ukraine plädiert mit Präsident Poroschenko zum ersten Mal ein ukrainisches Staatoberhaupt für die Einführung einer Frauenquote. Und befördert damit indirekt eine in der Ukraine derzeit heftig geführte Debatte: Die Rolle der Frauen bei der Revolution des Euromaidan. Jutta Schwengsbier berichtet. Weiterlesen

Roll Back der Frauenrechte

Warum Osteuropas Rechtspopulisten und katholische Kirche eine unheilige Allianz schmieden

Konferenz Roll Back von Frauenrechten in Osteuropa

Mit der politischen Wende in Osteuropa 1989 war auch die bis dahin offiziell vertretene Politik der Gleichberechtigung von Männern und Frauen beendet. Konservative Kräfte, allen voran die katholische Kirche, versuchten die neuen politischen Freiheiten zu nutzen, um der Gesellschaft wieder ihren Stempel aufzudrücken. Mit dem Erstarken der rechtspopulistischen Bewegungen in ganz Europa machen die Anti-Feministen Osteuropas mobil zu einem regelrechten Kulturkampf um die Werte des christlichen Abendlandes. Jutta Schwengsbier berichtet. Weiterlesen

Nino Haratischwilis neue Buch: „Das achte Leben“

Nino Haratischwili Das achte LebenSoeben erschien der mit vielen Vorschuss-Lorbeeren bedachte neue Roman von Nino Haratischwili, die bereits mit ihren ersten Romanen „Juja“ und „Mein sanfter Zwilling“ große Aufmerksamkeit erregte. Für ihren neuen Roman „Das achte Leben“ hat die in Georgien geborene und seit ihrem 20 Lebensjahr in Deutschland lebende und auf Deutsch schreibende Autorin jahrelang in Archiven recherchiert – nicht nur in Moskau, St. Petersburg und in Georgien. Das Schreiben erfolgte parallel und zeitweise schien ihr das Projekt davonzulaufen Ich war wie ein Kind in einem Spielzeugladen, sagte Nino Haratischwili, unserem Rezensenten, ich wollte das das noch rein kommt, und dieses und jenes. Weiterlesen

Serhij Zhadan erhält “Brücke Berlin” Literaturpreis

Heute erhält der ukrainische Lyriker, Musiker und Romancier, Serhij Zhadan in Berlin den angesehenen Brücke-Berlin-Literaturpreis für sein Buch „Die Erfindung des Jazz im Donbass“. Die Auszeichnung soll den Blick auf die gegenwärtige Literatur der Länder Mittel- und Osteuropas lenken, deren Stimmen den Prozess der europäischen Einigung mitgestalten. Gleichzeitig würdigt der mit 20 000 Euro dotierte Peis die Arbeit der literarischen Übersetzer, Sabine Stöhr und Juri Durkot. „Die Erfindung des Jazz im Donbass“ ist ein ebenso fulminantes wie poetisches road movie, in dem uns Zhadan die Geschichte des Kiewer Werbeunternehmers Hermann erzählt, der sich spontan entscheidet, seinen Bürojob zu kündigen, um die marode Tankstelle seines verschwundenen Bruders vor dem Zugriff korrupter Oligarchen zu retten. Weiterlesen

Israel: Seine Autoren und der Gaza-Krieg

Yoshua Sobol

Yoshua Sobol

Seit dem 26. August herrscht zwischen der Hamas und Israel ein fragiler Waffenstillstand. Doch die Spannungen nehmen schon wieder zu. Erst vor wenigen Tagen wurde erneut eine Mörsergranate von Gaza aus auf Israel gefeuert, Palästinenserpräsident Abbas warf Israel vor wenigen Tagen auf der UN-Vollversammlung Völkermord. Israels Regierungschef Netanjahu goss ebenfalls Öl ins Feuer und behauptete, Hamas und IS würden die gleichen Ziele verfolgen. Mit Unruhe beobachten zahlreiche israelische Kulturschaffende wie die israelische Gesellschaft immer mehr nach rechts rückt und eine pragmatische Politik der Aussöhnung immer unwahrscheinlicher wird. Weiterlesen

Jennifer Clement über ihr Buch “Gebete für die Vermissten”

 Jennifer Clement

 

Die amerikanisch-mexikanische Schriftstellerin Jennifer Clement hat mit ihrem jüngsten Roman „Gebete für die Vermissten“ einen Bestseller geschrieben, der schon kurz nach Erscheinen in 22 Ländern veröffentlicht wurde. Am meisten überrascht von diesem schnellen Erfolg war sie selbst. Eigentlich dachte Clement, die Geschichten von Frauen und Mädchen aus dem weit abgelegenen mexikanischen Hinterland würden nur ein lokales Publikum interessieren. Doch die als schwarze Komödie geschriebene Geschichte brachte ein Thema in die internationalen Feuilletons, das sonst meist nur eine Randnotiz wert ist. Die alltägliche Gewalt gegen Frauen, die die ganze Gesellschaft durchzieht. Jutta Schwengsbier hat mit Jennifer Clement über ihren Roman und ihr Leben gesprochen. Weiterlesen