Georgien: Matzoni – Als Joghurt einfach genial

Matzoni – ein weißer sauerer Joghurt, ist in Georgien ein wichtiger Teil des täglichen Lebens. Es gibt etwa ähnliches, in Armenien und Aserbaidschan, aber auch in Griechenland, der Türkei oder Bulgarien, wo man den „Matzoni“ „Kiselo Mljako“ nennt. Georgier kaufen den Matzoni bis heute direkt von Bauern. Weil er einfach besser schmeckt und vom Baby bis zu alten Leuten täglich gegessen wird. Über ihre geliebte Nationalspeise berichtet Edita Badasyan. Weiterlesen

Rezension: Thomas Geiger (Hrg.)Eine literarische Reise durch Europa

Thomas Geiger Luftspruenge

Mit Anthologien ist es so eine Sache – sie scheinen aus der Mode gekommen, fristen in manchem Bücherregal und mancher Buchhandlung ein trauriges Dasein. Und so gehört für manchen Verlag schon ein gewisser Mut dazu, die Idee der Anthologie neu zu beleben. dtv hat das getan. Der Leiter des Literarischen Coloquiums Berlin hat in dem Band „Luftsprünge – eine „literarische Reise durch Europa“ unternommen – zum großen Teil allerdings mit Texten, die nicht neu sind. Weiterlesen

Polen: Die polnische Stadt Gliwice gedenkt den deutschen Juden Oberschlesiens

Jüdisches Begräbnishaus Gliwice

Es wird gebaut im schlesischen Gliwice, Gleiwitz, im Süden Polens. Aufwändig wird derzeit das einst prächtige jüdische Begräbnishaus wieder instand gesetzt und zu einem Museum der oberschlesischen Juden umgewidmet. Erinnert werden in der Einrichtung also vor allem deutsche Juden – denn die Region gehörte bis zum Zweiten Weltkrieg größtenteils zum Deutschen Reich.Doch mit der Ermordung durch die Nazis oder der Flucht hiesiger deutscher Juden ist offenbar auch das Interesse von deutscher Seite an deren reicher Geschichte in der Industrieregion verschwunden. Denn die Stadt Gliwice, die bislang die gesamten Baukosten von knapp 2 Millionen Euro trägt, hat auf ihre Nachfragen nach finanzieller Unterstützung durch deutsche Institutionen keine Rückmeldung erhalten.

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Vietnam: Kontrollierte Literatur

Vietnamesische Autoren und die Abkehr vom Kommunismus

Lange vor den Umbrüchen in Osteuropa begannen die vietnamesischen Kommunisten ihr Land langsam zu öffnen.  „Doi Moi“ – Politik der Erneuerung nannten sie ihren Kurs, mit dem sie ihr Land  modernisieren wollten. Tatsächlich bewahrten sie es so vor dem Zusammenbruch, der die meisten Staaten des damaligen sozialistischen Lagers schon bald ereilen sollte. Heute zählt Vietnam heute zu den „Tigerstaaten“ Asiens.Und doch gibt es bis heute keine Meinungsfreiheit, hält die allmächtige Partei den Kulturbetrieb noch immer unter strikter Kontrolle. Weiterlesen

Israel: Dror Moreh – The Gatekeepers

Dror Moreh © cinephilDem israelischen Dokumentarfilm-Regisseur Dror Moreh ist gelungen, was noch keinem Journalisten oder Filmemacher bisher gelungen ist. Er hat alle sechs noch lebenden Chefs des Inlandsgeheimdienstes „Shin Bet“ dazu bewegen können, ihm lange Interviews zu geben. Aus dem Material entstand zunächst der Film „The Gatekeepers“, der in diesem Jahr für den Oscar nominiert war und nach seiner Ausstrahlung in Israel wie auch in den USA zu einem politischen Beben führte. In Israel bescherte die Ausstrahlung des Films Premiers Netanjahus regierenden Likudblock einen bei den letzten Wahlen einen Verlust von sechs Sitzen in der Knesseth, dem israelischen Parlament. Und das obwohl Moreh im Film lediglich drei Prozent des Interview-Materials verwendet hat. Weiterlesen

Armenien: „Wake up the souls“

Wie armenische Künstler die Folgen des Völkermords diskutieren

Am 24. April jährt sich der 100. Gedenktag des Genozids an den Armeniern. Noch nie wurde das Thema so breit diskutiert. Während in den USA, Deutschland und anderen Ländern noch heftig darüber diskutiert wird, ob der Begriff „Völkermord“ angebracht ist, thematisieren armenische Künstler ihre Jahrhunderte lange Rolle als Opfer und die Folgen des Genozids für ihre Gegenwart. Auch für die im Ausland lebenden Armenier ist der Völkermord noch sehr präsent. Weiterlesen

Tschernobyl: Schwarzes Leben – die vergessenen Liquidatoren

Als am 26. April 1986 der Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl explodierte, spürte ganz Europa die Folgen. Vor allem betroffen: die Retter und Helfer der ersten Stunden. Bis zu ihrem Zerfall schickte die Sowjetunion mehr als 600 000 Menschen aus allen Sowjetrepubliken in die Unglückszone. Viele von ihnen starben. Die, die überlebten, leben heute in den Folgestaaten des einstigen Riesenreichs. Anders als die Helfer in Russland erhalten sie keinerlei Unterstützung. Ein Bericht von Simion Ciochina und Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Politik kotzt mich an – zu Besuch bei Daniil Granin

Er gilt als der letzte große Schriftsteller der Kriegsgeneration: Der russische Autor Daniil Granin. Über 14 Romane hat er geschrieben. Weltweit bekannt wurde er mit seinen Leningrader „Blockadetagebüchern“. Eigentlich wollte er nicht mehr über den Krieg schreiben. Doch das Auseinanderdriften der Welt veranlasste ihn, seine Meinung zu ändern. „Ich habe lange mit mir gerungen“, sagte der heute 96jährige im vergangenen Jahr in seiner bewegenden Rede vor dem deutschen Bundestag. „Aber am Ende habe ich mich entschieden, erstmals über m e i n e n Krieg, m e i n e Schützengrabenwahrheit zu schreiben.“ Weiterlesen

Armenien: Jerewan – eine Stadt sucht ihre Altstadt

Jerewans Altstadt

Am 18. April ist der Internationale Tag des Denkmals. Als Tag der Erinnerung an Geschichte und Geschichten. In Jerewan, einer der ältesten Städte Europas, ist von dieser Geschichte nicht mehr viel zu sehen. Tatsächlich hat die Stadtverwaltung von Jerewan, in der Sowjetunion noch als „die leuchtende Stadt“ beliebt, in den Jahren seit dem Zusammenbruch des Sozialismus das Stadtbild gründlich zerstört. Das, was noch übrig ist, muss man suchen. Ani Matevosyan zur Geschichte Jerewans, und was davon noch übrig ist. Weiterlesen

Rezension: Dasa Drndic „Sonnenschein“

Schriftstellerin Dasa Drndic

Dasa Drndic, 1946 geboren, gilt in ihrer Heimat Kroatien als eine der wichtigsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Hierzulande ist sie noch völlig unbekannt. Mit ihrem bereits in 12 Sprachen und nun auch ins Deutsche übersetzten Roman „Sonnenschein“ könnte sich das jetzt ändern. Drndic, stammt aus Istrien. Einem Landstrich in dem es für viele Menschen normal ist, mehrsprachig zu sein, italienisch, slowenisch und kroatisch zu sprechen. Und so lässt die Autorin ihre Geschichte denn auch in Gorizia spielen, einer gemischtsprachigen Stadt, gelegen am der italienisch-slowenischen Grenze nahe Triest. Es ist ein Roman über die seit Suche einer Mutter nach ihrem Sohn. Weiterlesen